Cathérine Hug: Fashion Drive – Extreme Mode in der Kunst.

Peter Lindbergh
Linda Evangelista, Christy Turlington & Naomi Campbell, Brooklyn, 1990
Ausstellungsabzug, Hahnemuhle Photo Rag® Baryta 315 gr, 60 x 50 cm
Courtesy Peter Lindbergh, Paris, © Peter Lindbergh Peter Lindbergh Linda Evangelista, Christy Turlington & Naomi Campbell, Brooklyn, 1990 Ausstellungsabzug, Hahnemuhle Photo Rag® Baryta 315 gr, 60 x 50 cm Courtesy Peter Lindbergh, Paris, © Peter Lindbergh

„Fashion Drive. Extreme Mode in der Kunst“ lädt im Kunsthaus Zürich zu einem ebenso nachdenklich machenden wie Staunen erregenden Spaziergang durch das Panorama von 500 Jahren Modegeschichte ein, wie sie sich in der Bildenden Kunst darstellt, spiegelt und bricht. Cathérine Hug, die Kuratorin der Ausstellung (zusammen mit Christoph Becker) und Redakteurin des großartig aufbereiteten Ausstellungskatalogs („ein Baby des Kunsthauses Zürich“, erschienen im Kerber-Verlag) beleuchtet einige Aspekte.

In der Ausstellungsankündigung des Kunsthauses wird die Ausstellung folgendermaßen vorgestellt:

»Modetrieb? Mode ist Antrieb und Dilemma zugleich, vor allem aber ein Indikator für den Wandel ihrer Zeit. Diese Ausstellung beugt sich über 500 Jahre Modegeschichte im Spiegel der Kunst: Wie haben Künstler auf extreme Erscheinungen wie Schlitzmode, die Schamkapsel, die Krinoline oder den Smoking reagiert? Georg Simmel schildert es in «Philosophie der Mode» folgendermassen: «Das Leben gemäss der Mode ist in sachlicher Hinsicht eine Mischung von Zerstören und Aufbauen.» Mode ist sowohl ökonomischer Faktor wie Seismograph gesellschaftlicher Befindlichkeiten, Ausdruck von Sehnsucht und Instrument für Ein- und Ausschlussmechanismen. Die Ausstellung mit Schwerpunkt im ausgehenden 18. bis Anfang 20. Jahrhundert und Ausläufern in die Renaissance und die Gegenwart interessiert sich für die Erscheinungsformen der Mode in jenem Kippmoment, wo sie extrem, schrill, laut, getarnt und verpönt ist. In der heutigen Zeit von Globalisierung und Homogenisierung durch «Fast Fashion» strebt die Ausstellung in einer Tour d’Horizon die kritische wie die sinnliche Betrachtung von Kleidern in der Kunst an, die problematische wie auch subversive Momente der Modegeschichte in den Techniken der Malerei, Zeichnung, Plastik, Installation, Fotografie und Film aufgreifen. Mit 50 Künstlern, darunter Joseph Beuys, Giovanni Boldini, Leigh Bowery, Daniele Buetti, Salvador Dalí, Honoré Daumier, Albrecht Dürer, Esther Eppstein, Sylvie Fleury, Emilie Flöge & Gustav Klimt, Natalja Gontscharowa, K8 Hardy, Herlinde Koelbl, Peter Lindbergh, Manon, Malcolm McLaren & Vivienne Westwood, Mai-Thu Perret, Tula Roy und Christoph Wirsing, Wolfgang Tillmans, Félix Vallotton und Andy Warhol.«

Doch hier Cathérine Hug live (bis ca. 70:00):